Substratkuchen mit Myzel wiederverwerten: So geht's!

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Substratkuchen mit Myzel wiederverwerten: So geht's!

Es ist mehr Leben in Deinen alten Substrat übrig als Du vielleicht denkst. Bei MushMagic erfährst Du, was Du mit Deinem altem Substratkuchen noch alles machen kannst.

WIEDERVERWERTUNG VERBRAUCHTER MYZEL-SUBSTRATE

Wenn es Dich nervt, dass Du die verbrauchten Substratkuchen in den Müllcontainer werfen musst, gibt es ein paar Möglichkeiten, sie für weitere Ernten Deines Lieblingspilzes zu recyceln. Die folgenden Vorschläge sollen Dir helfen, zu entscheiden, ob Du sie vollständig entsorgen oder in irgendeiner Weise wiederverwenden solltest.

Es spielt keine Rolle, ob etwas schief geht, denn Du hast für die weitere Vermehrung ja bereits Sporenabdrücke von den größten und gesündesten Pilzen des ersten Schubs gemacht – und damit sichergestellt, dass die ideale Genetik erhalten bleibt und an die nächste Charge weitergegeben werden kann.

Substrate gelten als erschöpft, wenn sie entweder nur noch minimal Sporen enthalten, die in das Myzel sprießen könnten, oder die Nährstoffe ausgelaugt sind und nicht mehr genug übrig ist, um das Myzelwachstum zu fördern, geschweige denn, um Früchte zu produzieren.

Es ist eine dieser schwierigen Fragen: Frische Sporen von Abdrücken werden viel kräftiger sein als der Kram, der nach zwei oder drei Schüben übrig bleibt. Es ist jedoch irgendwie befriedigend, aus jedem noch so ausgelaugten Substratkuchen noch etwas rauszuholen.

Es gibt über Pilze immer noch viel zu lernen, vor allem, was sie dazu bewegt, das zu tun, was sie tun. Die gängige Meinung ist, dass die verbleibenden Sporen übrig blieben, weil sie die am wenigsten brauchbaren von allen waren. Etwas radikalere Stimmen behaupten, dass das Myzel bereits wusste, dass es mit dem Platz etwas eng wird und den verbleibenden Sporen signalisierte, inaktiv zu bleiben.

Diese Ansätze sind keineswegs allgemein gültig. Es darauf an, was Du für richtig hältst. Die besten Ergebnisse werden immer aus frischem, jungem Myzel erzielt, das kräftig wächst. Mit zunehmendem Alter des Myzels wird der Substratkuchen weniger fruchtbar, überfüllt und hat weniger verfügbare Nährstoffe für die anschließenden Schübe – dennoch ist er nicht völlig nutzlos.

WAS DU BEACHTEN SOLLTEST

Bei der Wiederverwendung von alten Substratkuchen solltest Du zwei Fragen im Hinterkopf behalten: Das Prinzip des Konkurrenzausschluss und die Seneszenz. Ältere Kuchen haben den Vorteil, dass sie "ihr eigenes Immunsystem" haben. Das Myzel ist die dominante Spezies im Substrat und regiert dieses Gebiet komplett.

Wenn kleinere Stücke des Kuchens als Impfmittel verwendet werden, verliert das Myzel diesen großen Vorteil und tritt erneut gegen die vorhandenen Verunreinigungen an. Der Vorteil ist, dass es sich in diesem Fall bereits um Myzel handelt und sich sofort ausbreiten kann, anstatt erst den Prozess der Sporeninkubation durchlaufen zu müssen, während dem das Myzel am empfindlichsten ist.

Seneszenz ist auch der Grund, warum Menschen alt werden. Wenn Gene sich selbst immer wieder kopieren, werden immer wieder kleine Fehler gemacht, die sich mit der Zeit anhäufen. Es ist wie eine Fotokopie einer Fotokopie einer Fotokopie einer Fotokopie... Irgendwann ist vom Original nicht mehr viel zu erkennen. Menschen bekommen Falten und andere Altersanzeichen. Das Myzel erleidet genetischen Verfall, verliert an Kraft und beginnt, seltsame Fruchtkörper zu produzieren.

FRISCHES SUBSTRAT NEU IMPFEN

Das verbrauchte Substrat als "Impfmittel" für ein frisches Substrat zu verwenden, gibt dem wiederverwendeten Myzel einen Nährstoffschub. Wenn Du ein neues Substrat vorbereitest, bröselst und mischst Du das alte einfach hinein. So können wieder neue Pilze wachsen. Der Nachteil ist, dass die Ernten nicht so üppig werden wie der erste mit frischen Sporen. Außerdem hatte der alte Kuchen mehr Zeit, um Schadstoffe oder andere Organismen anzusammeln, die das Wachstum beeinträchtigen könnten.

Wenn Du ältere Kuchen zum Impfen neuer Substrate verwendest, hilft es, die Art der verwendeten Körnerbrut zu ändern. Dadurch wird verhindert, dass das Myzel von einer bestimmten Nährstoffquelle abhängig wird und im Wachstum stagniert. Es ist ein bisschen mit dem Wechseln von Trainingseinheiten vergleichbar, damit sich die Muskeln nicht daran gewöhnen, jeden Tag die gleichen Übungen zu machen.

Je größer das Stück recyceltes Substrat ist, desto besser. Je mehr Myzel bereits vorhanden ist, desto größer ist der taktische Vorteil im Wettlauf um den Konkurrenzausschluss. Es kann sich im Wesentlichen im neuen Kuchen ausbreiten, bevor Sporen von konkurrierenden Kontaminanten überhaupt zum Leben erwacht sind.

MYZEL-KANNIBALISMUS

Das Recycling von Altsubstrat in eine neue Charge Substrat soll höherwertige Pilze produzieren. Das alte Substrat wird vor dem Sterilisationsprozess mit dem neuen Material vermischt, so dass es zu keiner Kreuzkontamination kommen kann.

Die Annahme ist, dass das recycelte Myzel in die Arten von essentiellen Nährstoffen zerfällt, die neues Myzel benötigt, während es gleichzeitig die für die Psilocybinproduktion erforderliche Tryptaminvorstufe liefert. Die folgenden Schübe sind kräftiger, manche behaupten auch, dass die Wirkung stärker ausfällt.

ABDECKEN

Wenn Du den Kuchen wiederverwenden willst, solltest Du ihn mit einem Überzug abdecken. Dieser Überzug funktioniert wie Mulch für normale Pflanzen, bietet eine feuchte und nasse Schicht, und fördert so das Myzelwachstum. Je nachdem, welche Art von Überzug Du verwendest, kannst Du sowohl Nährstoffe hinzufügen als auch die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Die Ernte ist möglicherweise nicht so robust wie die vorherigen. Es könnte auch sein, dass einige mutierte Pilze entstehen.

WERDE KREATIV

Wenn Du einen Hof mit einigen schattigen Plätzchen hast, zerbrösel die verbrauchten Kuchen, verteile sie darüber und mulche das Ganze ein bisschen mit Stroh und Blättern. Versuch dabei, einen typischen Waldboden nachzuahmen. Mithilfe regelmäßiger Bewässerung hast Du die Möglichkeit, einige Pilze reifen zu lassen, so dass diese ihre Sporen auf natürliche Weise freisetzen. So hast Du am Ende einen erfolgreichen Flecken im Freien! Er wird den Launen der Natur unterworfen sein, sollte sich aber vorzüglich an sein neues Zuhause anpassen. Das Myzel wird keimen – das liegt quasi in seiner Natur. Man existiert nicht einfach hunderte Millionen Jahre, ohne anpassungsfähig zu sein!

BODENVERBESSERER UND MULCHSCHICHT

Als Bodenverbesserer oder zum Mulchen eignen sich Vermiculit, Getreidespelzen und andere organische Verbindungen sehr gut. Diese helfen dem Substrat, dass Wasser zurückzuhalten und erhöhen gleichzeitig die Bröckligkeit für eine gute Drainage. Dies gilt für den Außen- und Innenbereich.

Wenn Du sie zerbröselst und nach und nach in die Erde Deiner normalen Zimmerpflanzen einarbeitest, kannst Du noch mehr Früchtkörper produzieren. Diese werden sichtbar langsamer wachsen und bei weitem nicht so dicht werden, da sie sich nicht mehr in einer verwöhnten Umgebung befinden. Aber egal, je mehr, desto besser, oder?

WIE LANG GEHT DAS GUT?

Behalte im Hinterkopf, dass auch Pilze älter werden. Myzelmatten können nicht ewig Nachschub produzieren und werden irgendwann absterben. Es ist jedoch unklar, ab wann dies für Pilze gilt, die Psilocybin produzieren. Einige Grower behaupten, dass sie ihre Substratkuchen mindestens acht mal wiederverwenden, bevor sie auf Probleme stoßen, während anderen nach zwei Durchgängen bereits die Luft ausgeht. Es hat wahrscheinlich etwas mit Sauberkeit und Kontaminationen zu tun, oder mit dem genetischem Zerfall durch Sporen verrufener Quellen.